Frauenkampftag – Stadt dekoriert

Uns völlig unbekannte Personen haben offenbar in der Nacht auf den Dienstag (gestern, Frauenkampftag) die Stadt mit roten Schildern dekoriert und diverse zweifelhafte Orte/Denkmäler/etc kommentiert. Wir haben zwar keine Ahnung, wer das war, aber wir finden die Schilder gut. Daher haben wir hier ein paar abgetippt:

„Ob bei Ärzten der 20er Jahre, die Busse nach Holland der 70er, oder die Schwangerschaftsabbrüche im Ausland heutzutage; ob Verhütung in der Weimarer Republik oder heute bei Hartz IV – Frauenrechte waren immer auch eine Klassenfrage. Eine Frau der Oberschicht konnte einen Arzt für die Abtreibung bezahlen, kann Verhütung kaufen oder kann sich die Reise und den Abbruch in den Niederlanden leisten. Eine ärmere Frau kann das oft nicht.“

„Ist die Mensur vielleicht am Ende nur Menstruationsneid?“

„Warum fragt das Dekanat der Tech Fak primär nach Söhnen? Und warum wundert es sich dann, dass so wenige Frauen dort studieren wollen?“

„Wer bestimmt eigentlich, ob wir schön sind?“

„Warum gelten Hoden eigentlich als Symbol für Kraft und Stärke? Sie sind klein, höchst schmerzempfindlich, und drehen sich sogar ihre eigene Blutversorgung ab, wenn’s dumm läuft. Also warum gibt es Sätze wie „der hat ja nicht die Eier dazu“?
Und warum gilt der weibliche Körper als empfindlich? Fragiler und zerbrechlicher als Hoden geht kaum.“

„Was in Köln an Silvester geschehen ist, unterscheidet sich durch folgende Aspekte von der wesentlich häufigeren Art, wie sexualisierte Gewalt in dieser Gesellschaft stattfindet:
– es waren „ausländische“ Männer, die „deutsche“ Frauen attackierten
- Täter und Opfer kannten sich nicht
- die Tat fand in der Öffentlichkeit statt
Deshalb bekommen die Taten der Silvesternacht so viel Aufmerksamkeit, die andere, viel häufigere Übergriffe nicht bekommen. Tag um Tag attackieren deutsche Männer in deutschen Reihenhäusern, Wohnungen oder Villen die Frauen, die mit ihnen leben. Aus Kriegsgebieten geflüchtete Frauen versuchen schon seit langem, auf die Übergriffe auf ihresgleichen in den sogenannten Gemeinschaftsunterkünften aufmerksam zu machen – ohne Erfolg. Ganz zu schweigen von den deutschen Männern, die in Machtpositionen gegenüber Flüchtlingsfrauen sind und diese Macht gewissenlos ausnutzen. Köln war widerlich – aber nicht widerlicher als das, was vielen Frauen in ihrem Alltag passiert und was immer noch viel zu wenige interessiert.“

Sucht selbst nach weiteren, bevor sie verschwinden!