Archiv für März 2016

Frauenkampftagsdemo

Auf der Demo in Nürnberg:
Transpi

Feministische Psychiatriekritik

vortrag_psychiatriekritik

Nach längerem Schweigen jetzt die Berichte von der Aktionswoche:
Am Donnerstag, dem 10. März, hatten wir einen coolen Vortrag von Peet Borgstein.

Fotos!

Und hier die Bilder der Schilder (sorry!):

Die Agentur für Arbeit scheint wenig Spa� zu verstehen.

\"Was macht der Mann da oben?

Frauenkampftag – Stadt dekoriert

Uns völlig unbekannte Personen haben offenbar in der Nacht auf den Dienstag (gestern, Frauenkampftag) die Stadt mit roten Schildern dekoriert und diverse zweifelhafte Orte/Denkmäler/etc kommentiert. Wir haben zwar keine Ahnung, wer das war, aber wir finden die Schilder gut. Daher haben wir hier ein paar abgetippt:

„Ob bei Ärzten der 20er Jahre, die Busse nach Holland der 70er, oder die Schwangerschaftsabbrüche im Ausland heutzutage; ob Verhütung in der Weimarer Republik oder heute bei Hartz IV – Frauenrechte waren immer auch eine Klassenfrage. Eine Frau der Oberschicht konnte einen Arzt für die Abtreibung bezahlen, kann Verhütung kaufen oder kann sich die Reise und den Abbruch in den Niederlanden leisten. Eine ärmere Frau kann das oft nicht.“

„Ist die Mensur vielleicht am Ende nur Menstruationsneid?“

„Warum fragt das Dekanat der Tech Fak primär nach Söhnen? Und warum wundert es sich dann, dass so wenige Frauen dort studieren wollen?“

„Wer bestimmt eigentlich, ob wir schön sind?“

„Warum gelten Hoden eigentlich als Symbol für Kraft und Stärke? Sie sind klein, höchst schmerzempfindlich, und drehen sich sogar ihre eigene Blutversorgung ab, wenn’s dumm läuft. Also warum gibt es Sätze wie „der hat ja nicht die Eier dazu“?
Und warum gilt der weibliche Körper als empfindlich? Fragiler und zerbrechlicher als Hoden geht kaum.“

„Was in Köln an Silvester geschehen ist, unterscheidet sich durch folgende Aspekte von der wesentlich häufigeren Art, wie sexualisierte Gewalt in dieser Gesellschaft stattfindet:
– es waren „ausländische“ Männer, die „deutsche“ Frauen attackierten
- Täter und Opfer kannten sich nicht
- die Tat fand in der Öffentlichkeit statt
Deshalb bekommen die Taten der Silvesternacht so viel Aufmerksamkeit, die andere, viel häufigere Übergriffe nicht bekommen. Tag um Tag attackieren deutsche Männer in deutschen Reihenhäusern, Wohnungen oder Villen die Frauen, die mit ihnen leben. Aus Kriegsgebieten geflüchtete Frauen versuchen schon seit langem, auf die Übergriffe auf ihresgleichen in den sogenannten Gemeinschaftsunterkünften aufmerksam zu machen – ohne Erfolg. Ganz zu schweigen von den deutschen Männern, die in Machtpositionen gegenüber Flüchtlingsfrauen sind und diese Macht gewissenlos ausnutzen. Köln war widerlich – aber nicht widerlicher als das, was vielen Frauen in ihrem Alltag passiert und was immer noch viel zu wenige interessiert.“

Sucht selbst nach weiteren, bevor sie verschwinden!

AnStUBsen oder warum abstimmen cool ist

Das Verkehrsaufkommen zwischen Erlangen – Nürnberg, sowie in den östlich angrenzenden Gebieten und Herzogenaurach ist sehr hoch. Allein Erlangen hat 60.000 Pendler, dazu gehören auch wir. Das bedeutet in den meisten Fällen Autos und damit eine Verkehrsbelastung für uns und die Umwelt. Deshalb besteht die Idee, den ÖPNV durch die Stadt-Umland-Bahn zu erweitern.

Am 06.März seid ihr, liebe Studis, die ihr hier mit Hauptwohnsitz gemeldet seid, dazu aufgerufen, über sie abzustimmen. Es geht noch nicht einmal um einen Plan, sondern es geht darum, ob die StUB als Projekt (zur Verkehrsberuhigung) überhaupt weiterverfolgt werden soll. Diese Entscheidung könnt ihr jetzt beeinflussen.

Wir haben die Hauptargumente für euch zusammengefasst und nehmen uns heraus, euch am Ende unsere Empfehlung mitzuteilen (an die ihr euch nicht halten müsst).

Argumentation dafür:
- Weniger Autos – weniger Abgase – Umweltschonung
- Nahverkehrsangebot wird attraktiver
- Handel Innenstadt steigt, da bessere Verbindung
- keine Einschränkungen anderer sozialer Programme
- bessere Anbindung nach Nürnberg
- Bedingung für Siemens-Erweiterung

Argumentation dagegen:
- Elektrobusse statt Dieselbusse schneller einsetzbar und ähnlich umweltfreundlich
- Zeitliche Dimension, Belastung durch Baustellen
- vorrangig Konzentration auf Stadtgebiet Erlangen, nicht Metropolregion
- Bahnschienen sind Gefahrenquellen für Radfahrer
- es gibt kein Finanzplan, Belastung anderer Projekte möglich
- Kosten für Wartung, Pflege, Instandhaltung
- Baumaßnahmen (damit verbunden Erhalt von Bäumen und Grundstücken, Kreuz der A3)

Unsere Empfehlung:

Wir favorisieren die StUB! Für uns Studis ist es wichtig, ein möglichst großes Angebot am ÖPNV zu haben um zwischen Wohnort und Uni pendeln zu können. Belastungen durch Baustellen wird es mit jedem Projekt geben, und ob es Probleme für Radler*innen gibt – ist Sache der (noch nicht vorhanden) Planung. Desweiteren hoffen wir, dass mit der StUB Anforderungen an die Barrierefreiheit besser umgesetzt werden, als mit anderen Optionen.

Deshalb – beim Bürgerentscheid mit Nein stimmen bedeutet Zustimmung für StUB, denn die Frage wird lauten:
„Sind Sie dafür, dass der Stadtrat Erlangen das Projekt StUB nicht realisiert?“

Frauen*kampftag

Am 8. März ist der internationale Frauenkampftag. Er steht seit über hundert Jahren für den Kampf gegen Patriarchat, Sexismus und Unterdrückung. Wir nehmen ihn als Anlass, eine Woche lang in verschiedene feministische Themen reinzuschauen – auf der Straße und im Seminarraum, auf laute und leise, auf lustige und ernste Weise. Kommt mit!

Dienstag, 8. März 2016, 18:00 Uhr
Kochstr. 6a, Raum 00.3
Fatshaming, Lookismus- ganz normaler Alltagswahnsinn?
In unserer Gesellschaft gilt es als wahnsinnig wichtig gut auszusehen. Obwohl Schönheit im Auge der Betrachtenden liegt, geben uns Gesellschaft und Medien ein genau genormtes Schönheitsideal vor, unter dem besonders Frauen* zu leiden haben. Bereits im Kindesalter lernen wir, was schön und was hässlich ist, und haben diese Normen dermaßen idealisiert, dass wir genauso aussehen wollen. Aber was ist, wenn das aus verschiedensten Gründen nicht so leicht geht? Wenn der Körper trotz Diät und Entbehrungen zwar krank, aber einfach nicht schlank wird? Und was, wenn man überhaupt keinen Bock hat, der Norm zu entsprechen?
In diesem Workshop für Einsteiger_innen besprechen wir welche Formen von Vorurteilen gegenüber nichtnormierten Körpern in unserer Gesellschaft herrschen, welche Unterschiede zwischen ihnen bestehen, und wie man sich und das eigene Umfeld empowern kann.

Mittwoch, 9. März 2016
selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum, Wöhrmühle 7
Schilderbasteln ab 16:00 Uhr für die Demo am Samstag.
Um 19:00 Uhr veganes Essen für Alle, ab 20:00 Uhr feministischer Filmabend.
Für das Basteln am besten Kleidung mitbringen/anziehen, die Farbe abbekommen darf!

Donnerstag, 10. März 2016, 18:00 Uhr
Kochstr. 6a, Raum 00.3
Feministische Psychiatriekritik
Psychiatrie ist eine Einrichtung für als krank und gestört erklärte Menschen. Die dafür notwendigen Diagnosen unterliegen stetigem Wandel und gesellschaftlichen Kämpfen. Psychiatrie greift regulierend in die Geschlechterordnung ein, behandelt(e) „Homosexualität“ und „Gender-Dysphoria“. Feministische Psychiatriekritik bedeutet, die Institution und materiellen Realitäten der Psychiatrie genauso in Frage zu stellen, wie die Konstruktionen von Normalität und Wahnsinn. Im Vortrag geht es um die grundlegende Ansätze dieser Kritik.

Freitag, 11. März 2016, 19:00 Uhr
Sprecher*innenratsgebäude, Turnstr. 7 (Im Hinterhof)
Lesung
Wir lesen gemeinsam aus „Die Töchter Egalias“.
Anschließend gibt es eine Bullshitlesung, in der anhand sexistischer Werke aus verschiedenen Zeiten die Kontinuitäten ebenso wie mögliche Ansätze dagegen diskutiert werden können. Dabei darf ausführlich über die patriarchale Scheiße gelacht werden.

Samstag, 12. März 2016
11:00 Erlanger Innenstadt: Aktion des Frauenzentrums

12:45 Uhr Treffen am Bahnhofsvorplatz in Erlangen zur gemeinsamen Fahrt nach Nürnberg auf die Frauenkampftagsdemo.

14:00 Uhr Weißer Turm, Nürnberg: Start der Demo.