Aktion gegen „LebensschützerInnen“


Bilder von der Kundgebung sogenannter „LebensschützerInnen“ in Erlangen

Neulich haben mehrere christlich-fundamentalistische LebensschützerInnen in Erlangen auf dem Hugenottenplatz gegen die körperliche Selbstbestimmung im Rahmen von Schwangerschaftsabbrüchen demonstriert. Um die Aktionen der LebensschützerInnen nicht unkommentiert stehen zu lassen, haben Aktive des SDS Erlangen und andere linke AktivistInnen neben der Kundgebung ein Flugblatt an PassantInnen verteilt, welches den Slogan „Für das Leben“ im Sinne der Selbstbestimmung von Frauen definiert. Ursprünglich wollten die LebensschützerInnen noch einen Gottesdienst in der nahe-liegenden Neustädter Kirche abhalten, was ihnen von der örtlichen Gemeinde allerdings untersagt wurde. So mussten die selbsternannten VerteidigerInnen von ungeborenem Leben ihren Gottesdienst auf dem Hugenottenplatz abhalten. Wenn es einen Gott gibt, schien dieser es aber nicht gut mit seinen „LebensschützerInnen“ zu meinen und so fing pünktlich zum Freiluftgottesdienst der Regen an.

Im folgenden dokumentieren wir unser Flugblatt:


Für das Leben!

5 Tote in einer Stunde. Über 128 Tote pro Tag. Ein Todesfall alle 11,2 Minuten. 47 000 Tote pro Jahr. 47 000 Frauen sterben jedes Jahr weltweit an unsicheren Abtreibungen.

Wir müssen daran arbeiten, Schwangerschaftsabbrüche und den Zugang zu ihnen für jede Frau auf dieser Erde sicher zu machen. Das wichtigste Mittel auf dem Weg dorthin ist, Abbrüche zu legalisieren. Wo Schwangerschaftsabbrüche legal sind, da sind sie meist auch sicher – oder zumindest erheblich sicherer als dort, wo das nicht der Fall ist. Nur durch eine weltweite Legalisierung kann sichergestellt werden, dass es nicht noch mehr Tote gibt. Das sind wir denen schuldig, die auf solch grausame Weise gestorben sind.
Aber Gesetze gegen Schwangerschaftsabbruch töten nicht nur dadurch, dass ungewollt Schwangere aus Verzweiflung zu gefährlichen und potenziell tödlichen Maßnahmen greifen. Auch eine gewollte Schwangerschaft kann für den Körper – oftmals plötzlich – lebensgefährlich werden, so dass ein Abbruch
notwendig wird. Diese Situationen sind tragisch und glücklicherweise selten. Aber wenn Schwangerschaftsabbrüche generell verboten sind, wird die Schwangerschaft in diesen Situationen zur tödlichen Falle: die ÄrztInnen dürfen die Schwangerschaft dann nicht beenden, nicht einmal, wenn die Schwangere an den Komplikationen oder der fehlenden Behandlung stirbt.
Der sichere Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen sollte ein Menschenrecht sein. Kein Mann kann zur Zeugung eines Kindes gezwungen werden. Keine Frau darf dazu gezwungen werden, eine Schwangerschaft auszutragen, die sie nicht möchte und die für ihren Körper gravierende Folgen haben kann. Das heißt nicht, dass wir „Pro Abtreibung“ sind – wir sind „Pro Choice“: Schwangere, die die Schwangerschaft austragen wollen, sollten darin selbstverständlich unterstützt werden. Aber ein Kind zu bekommen, sollte eine freie und freudige Entscheidung sein und nicht ein tragisches Ereignis.