Archiv für Mai 2011

Gründungserklärung (SoSe 2011)

Zum heutigen Tag treffen Studierende der FAU Erlangen-Nürnberg und Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg zusammen, um für Nürnberg und Erlangen den Studierendenverband SDS zu gründen. Mit unserer Gründung reagieren wir auf die traurigen Zustände in Bayern: Dass die Bildungseinrichtungen sozial ungerecht sind, Universitäten in einer kapitalistischen Gesellschaft sich auch immer mehr auf vermeintliche ökonomische Zwänge beziehen, ist eigentlich altbekannt. Solange sich jedoch nichts ändert, müssen wir dafür sensibilisieren und konkret gegen die drohende dauerhafte Etablierung der Studiengebühren, die ‚Bologna-Reform’, insbesondere jedoch gegen die undemokratischen Zustände an den Unis und in der gesamten Gesellschaft vorgehen.

Des Weiteren wollen wir Widerstand gegen neofaschistische, militaristische, patriarchale und sexistische Tendenzen, zum Beispiel in Form von Burschenschaften oder anderen Studentenverbindungen leisten. Ebenso setzten wir uns für eine ökologisch-sozial-verträgliche Organisation der Lehre ein.

An der Georg-Simon-Ohm-Hochschule haben rein organisatorische Fehler massive Raumprobleme verursacht. Teilweise müssen Studierende auf Fluchtwegen Platz nehmen, was schon zum Ausfall mancher Vorlesung aus brandschutztechnischen Gründen führte.

Insbesondere an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sind kritische Strukturen bei einem Hochschulpräsidenten notwendig, der die Grundlagenarbeit für die Studiengebühren geschrieben hat und sich darüber ärgert, knapp nicht als ‚Hochschulmanager des Jahres’ gewählt worden zu sein. Der SDS schafft es hier, mit bundespolitischen Strukturen und allgemein politischen Ansätzen ein neues Feld in der linken Gruppenlandschaft zu öffnen.

Gleichzeitig möchten wir uns selbst, aber auch andere Interessierte mit inhaltlicher Weiterbildung voranbringen. Für eine wirkliche demokratische Gesellschaft ist es wichtig, die Zustände kritisch reflektieren zu können. Wir holen zusammen das nach, was durch zunehmende Ökonomisierung der Bildung in den Universitäten mehr und mehr verweigert wird.

Die beiden neuen Gruppen werden gemeinsam an den Universitäten aktiv sein und freuen sich, lokal, landes- und bundesweit mit anderen Organisationen zu vernetzen, damit Studierende wieder kritischer werden.